Aktuelle Pfanzenbauhinweise für Unterfranken

Pflanzenbauhinweise für den Regierungsbezirk Unterfranken vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg e. V. und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg.

Herbizideinsatz im Mais

Aufgrund der kühlen Temperaturen der letzten Wochen zeigt sich der Mais häufig in gelber Farbe und liegt im Wachstum im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Unkrautentwicklung schreitet jedoch deutlich voran. Bei massivem Besatz mit Unkraut kann mit Bodenmitteln in Tankmischung mit Triketonen verträglich behandelt werden. Auf Rendzina- und Muschelkalkböden sollte auf Terbuthylazin-freie Verfahren gesetzt werden, um diesen Wirkstoff auch in Zukunft noch halten zu können. Für Gräsermittel auf Sulfonylharnstoffbasis sollte sich der Mais jedoch etwas erholt haben. Günstige Bedingungen hierfür sind in dieser Woche zu erwarten. Unter trockenen Verhältnissen ist auch eine mechanische Unkrautregulierung möglich.

Blattlausmonitoring in Zuckerrüben

Die Gelbschalenkontrollen im Dienstgebiet und darüber hinaus haben aktuell einen vereinzelten Zuflug mit Blattläusen ergeben. Die Flugaktivität ist jedoch witterungsbedingt insgesamt noch schwach. Die in Zuckerrüben durch ihre Saugtätigkeit bzw. ihre Rolle als Virenüberträger schädigenden Arten sind die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) und die Schwarze Bohnen- oder Rübenlaus (Aphis fabae).

Schädlingsmonitoring in Zuckerrüben 2021 – Rübenanbaugebiet Franken Externer Link

Getreidemonitoring

In den nächsten Wochen können Sie regelmäßig die Ergebnisse für Wintergerste, Winterweizen und Sommergerste abrufen unter:

Regionale Monitorings und Warndienste Externer Link

In Winterweizen ist das Ährenschieben. In vollem Gange (BBCH 55-59). Durch die Niederschläge der letzten Zeit konnte sich Septoria tritici nach oben hin ausbreiten und ist nun durchgehend auf F-2 (3. Blatt von oben) zu finden. Die Bekämpfungsschwelle wurde mittlerweile in etwas mehr als der Hälfte der untersuchten Bestände überschritten. Als Schwellenwert gilt bei Septoria tritici gilt nun 40 % Befallshäufigkeit auf der Indikationsetage F-3 (4. Blatt von oben). Für die Bekämpfungsentscheidung gilt gemäß Weizenmodell Bayern auch ein Witterungsbezug: In den zurückliegenden 6 Tagen vor Schwellenüberschreitung an einem Tag mehr als 5 mm Niederschlag + 48 Stunden Blattnässe oder an 2-3 Tagen hintereinander in Summe mehr als 10 mm Niederschlag.

An einem Standort wurde erster Gelbrost auf den obersten Blattetagen festgestellt, was gleichbedeutend mit Schwellenüberschreitung ist.

Die Sommergersten entwickeln sich jetzt rasend schnell. Zumeist werden bereits die Grannen sichtbar (BBCH 49), so dass das Ährenschieben unmittelbar bevorsteht. In den untersuchten Proben konnte lediglich ein vereinzelter Befall mit Mehltau festgestellt werden. Bei der Sorte Accordine zeigen sich mlo-Flecken, die mit der Mehltauresistenz der Sorte in Zusammenhang stehen. Hier gilt es genau hinzuschauen, um unnötige Fungizidmaßnahmen zu vermeiden.

Notfallzulassung für Amistar MAX und Folpan 500 SC

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für den Wirkstoff Folpet eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 gegen Ramularia collocygni in Gerste erteilt.
Darunter fallen die Mittel Folpan 500 SC, sowie Amistar MAX. Für Folpan 500 SC gilt dies über die bereits bestehende Zulassung und gegen Septoria tritici in Weizen und im Weinbau hinaus. Das bislang noch nicht zugelassene Amistar Max kann somit erstmals eingesetzt werden.
Die Anwendung ist 2021 in Sommer- und Wintergerste in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nach Warndienstaufruf gestattet.

Die Notfallzulassung ist für 120 Tage vom 01.04.2021 bis 29.07.2021 gültig.

Das BVL schreibt außerdem vor, dass die Produkte in Kombination mit einem anderen Mittel angewendet werden müssen, das entweder Prothioconazol (z.B. alle Xpro-Mittel, Elatus Era, Fandango, Gigant, Input Classic, Input Triple, Jordi, Proline, Traciafin und viele weitere Prothioconazol-Solopräparate) oder Mefentrifluconazol (z.B. Revytrex, Balaya oder Revystar) enthält.

Wichtiger Hinweis zur Zuckerrübenaussaat 2021

Zuckerrübenfeld
Für die Aussaat 2021 ergab sich aufgrund des hohen Aufkommens von Blattläusen als Virusvektoren eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 für das Pflanzenschutzmittel Cruiser 600 FS mit dem Wirkstoff Thiamethoxam.
Die Aussaat mit Cruiser 600 FS pillierten Saatgutes ist bei der Südzucker AG in Bayern nur im Anbaugebiet der Zuckerfabrik Ochsenfurt für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 30.04.2021 genehmigt worden.
Meldung der Aussaat von mit dem Pflanzenschutzmittel Cruiser 600 FS (Wirkstoff Thiamethoxam) gebeiztem Zuckerrübensaatgut

Dem Fachzentrum Pflanzenbau am AELF Würzburg ist die Aussaat unter Angabe von Gemarkung, Feldstücksnummer (laut FNN), FID-Nummer und Größe der für die Rübenaussaat bestimmten Flächen mindestens drei Werktage vor der Aussaat anzuzeigen:

Bitte vollständig ausgefüllt zurücksenden an pflanzenschutz@aelf-wu.bayern.de oder per Fax an die Nummer 0931/8010571550.

Im Serviceportal iBALIS
Erfassung von Gewässerrandstreifen

Wiese neben Bach

Seit dem 1. August 2019 ist es aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" verboten, natürliche oder naturnahe Bereiche entlang fließender oder stehender Gewässer in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie garten- oder ackerbaulich zu nutzen.   Mehr

Aktuelle Regelungen zur Düngerausbringung