Unternehmertag 2019
Fortbildung für Landwirte auf hohem Niveau

Eine breites Spektrum an Themen behandelte der Unterfränkische Unternehmertag im Januar 2019 in Bergtheim.

Veranstalter waren Bayerischen Bauernverband (BBV), Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf) und die Ämter für Ernährung, Landwwirtschaft und Forsten (ÄELF) Karlstadt, Würzburg und Kitzingen.
Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik
Die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stellte Dr. Simon Schlüter, Leiter des Büros des Deutschen Bauernverbandes, vor. Trotz der vielen Unklarheiten stehe fest, dass die Vorschriften für die Landwirte stärker von den Nationalstaaten formuliert würden.
Die EU konzentriere sich auf die Vorgabe von Zielen und deren Messungen. Wie die Ziele in den Ländern erreicht werden sollen, liege in der Verantwortung der Staaten. Dabei müsse davon ausgegangen werden, dass das Finanzvolumen sinken werde und aufgrund komplexerer Vorgaben die Bürokratie für die Landwirte zunehme.
Biodiversität und Landnutzung
Biodiversität und Landnutzung waren Inhalte des Vortrages von Heiko Lukas vom AELF Würzburg. Er kritisierte die pauschale Verurteilung, nach der die Landwirtschaft alleine das Artensterben verursache. Dies sei bei näherer Betrachtung nicht haltbar.
An Hand der Beispiele Hamster, Feldlerche und Rebhuhn zeigte er Ursachen für die Gefährdung von Arten auf. Zum Beispiele verfrühe der Klimawandel die Blüh- und Erntezeiträume. Er verwies auf die Bedeutung des Fuchses und anderer Gewinner der Veränderungen, wie Wildschweine, Krähen und Greifvögel. Als Erfolgsgeschichte bezeichnete er den Schutz der Wiesenweihe in Mainfranken, die zum größten zusammenhängenden Brutgebiet in Europa entwickelt wurde.
Öffentliche Wahrnehmung der Landwirtschaft
Uwe Ritzer, Wirtschaftskorrespondent der Süddeutschen Zeitung, stellte die Wahrnehmung der Landwirtschaft durch die Öffentlichkeit dar. Er kritisierte die Verbindungen von Vertretern der Landwirtschaft mit der Industrie und bezeichnete dies als "Kuschelkurs mit Geschäftspartnern". Den Landwirten riet er, die Betriebe zu öffnen und dem Bauernverband, mit dem Jammern aufzuhören.
Markus Peters, Pressesprecher des BBV, erläuterte die Strategie des BBV zu einer guten Außendarstellung der Landwirtschaft in Bayern. Dabei herrschte überraschend viel Übereinstimmung mit dem kritischen Vorredner.
Zahlen ehrlich kommunizieren
Diplomkaufmann Wolfgang Roth ging auf den Umgang mit Banken und wirtschaftlichen Schieflagen ein. Er empfahl, betriebliche Zahlen offen und ehrlich zu kommunizieren. Auch stellte er klar, dass ein Unternehmer seinen Betrieb jederzeit realistisch einschätzen sollte.